Georgien wird als Reiseland in den letzten Jahren immer beliebter. Dies gilt nicht nur für reine Studien- oder Städtereisen, sondern auch für  Trekkingtouren. Ebenso ist Fahrradfahren seit Jahren im Trend. Ein neues Land mit dem Fahrrad zu erleben, ist viele die optimale Geschwindigkeit um Land und Leute näher kennenzulernen. Auch in einer Gruppenradreise kann man in eigener Geschwindigkeit radeln und kurz halten, wo es sich für ein Foto oder ein Schwätzchen mit Einheimischen lohnt. Da unsere Gruppenreisen von einem mit einem sprachkundigen Reiseleiter begleitet werden, können solche Kontakte durchaus über freundliche Gesten hinaus gehen.

Aus diesem Grund bieten Radreisen in Georgien bereits seit 1988 an.  Eine atemberaubende Landschaft, uralte christliche Kirchenbauten, eine ganz eigene Küchenkultur  und die sprichwörtliche georgische Gastfreundschaft zogen die ersten Neugierigen ins Land.

Reisetipp: Hier können Sie unsere Georgien-Reisen buchen!

Damals war für die meisten „normalen Reisenden“ Georgien allerdings noch ein unvorstellbar exotisches Reiseziel und dort zu radeln hat noch mehr Kopfschütteln ausgelöst. Zugegebenermaßen war die Reiseorganisation damals alles andere als einfach. Auch heute ist das Land noch Jahre von einer mit Mitteleuropa vergleichbare Fahrradinfrasturktur entfernt. Es gibt kaum Radwege und ziemlich chaotischen Autoverkehr, insbesondere in den Metropolen wie Tiflis oder Batumi. Für alle die etwas härter im Nehmen sind und auf den Komfort von Radwegen verzichten können, finden sich auch schöne Nebenstraßen. Durch die großen Metropolen „schummeln“ wir uns in Transfers in unserem Begleitfahrzeug.

Wir radeln dabei auf unserer Kleingruppenreise zunächst eine Schleife durch Westgeorgien von Kutaissi nach Batumi an der Schwarzmeerküste und weiter durch den kleinen Kaukasus nach  Nordwesten Richtung der Badjurmi. Nach einem Transfer über Tblisi geht es in die zweite Runde durch die Weinprovinz Kachetien. So lernen Reisende auf dieser zweiwöchigen Tour sehr unterschiedliche Landschaften und Kulturen der verschiedenen Regionen Georgiens kennen.

Könnte man diese Tour auch alleine machen? Im Prinzip ja, aber..  wie Radio Eriwan antworten würde. (für diejenigen, die sich noch an die Witze aus DDR-Zeiten mit dem fiktiven armenischen Radiosender erinnern). In Georgien ist mittlerweile wirklich gutes Kartenmaterial erhältlich,  neben den üblichen online Varianten von googlemaps oder openstreetmaps. Routen lassen sich finden, aber ohne Ortskenntnis ist es nicht einfach die wenigen guten Straßen ohne viel Verkehr zu finden. Insbesondere Rund um die Großstädte gibt es starken Verkehr, dem man kaum entkommen kann, wenn man nicht in ein Begleitfahrzeug flüchten kann. Hier sollten Alleinreisende Radler doch etwas härter im Nehmen sein.

Vielfältige Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in den Städten, auf dem Land wird es schon etwas schwieriger. Viele der kleinen Pensionen sind an die bekannten Buchungsplattformen angeschlossen, ebenso viele aber auch nicht.  Wer zelten möchte, ist natürlich unabhängiger.  Die Sicherheitslage ist im Gegensatz zu den 90er Jahren stabil. Das Land ist praktisch sicher, was natürlich „normale Diebstähle“ nicht ausschließt.

Wie kann man sich Verständigen? In Georgien ist die südkaukasische Sprache „Georgisch“ Amtssprache. Zudem sprechen die Einwohner der verschiedenen Landesteile noch eigene Sprachen, wie Mingrelisch oder Swanisch. Dazu kommt dass es eine eigene Schrift gibt, die zwar auch auf Buchstaben beruht, die aber eher an die Wand geschmissenen Spaghetti ähnelt als unserer Schrift. Viele Schilder sind aber zum Glück mehrsprachig auch auf lateinischer Schrift.

Wer Russisch spricht ist fein raus, denn die Amtssprache der Sowjetunion sprechen noch sehr viele Einwohner Georgiens. Englisch sprechen zwar immer mehr Menschen, aber das Gros der Landbevölkerung eher nicht. So wird die sprachliche Barriere nicht zum vollständigen Scheitern einer Radreise ohne Begleiter führen, aber doch einen tieferen Einblick ins Land abseits von Touristenhochburgen und tiefer gehende Begegnungen mit der Landbevölkerung deutlich reduzieren. 

Für das Mieten von Rädern gibt es nur wenig Möglichkeiten in den Metropolen. Ersatzteile für moderne Räder oder fachkundige Fahrradwerkstätten mit erfahrenen Mechanikern gibt es nur sehr wenige in Tblisi und Batumi. Geschickte Mechaniker gibt es allerdings viele im Land.

So bleibt das Resümee im Sinne von Radio Eriwan: Radtouren in Georgien sind auch alleine möglich, aber .. deutlich einfacher und komfortabler geht es mit einer organisierten Radreise und einen tieferen Einblick ins Land erhält man auch noch. 

Straßenladen in Batumi
Mönch in Kloster Gelati
Georgische Tafel
Kleiner Kaukasus Nähe Wardsia
Zminda Sameba Kathedrale in Tblisi
Qwewri (Weinamphoren) von Biowinzer Kachetien
(Visited 116 times, 1 visits today)

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.