In die Mongolei führen unsere Reisen bereits seit Anfang der neunziger Jahre. Zu diesen Zeiten gab es kaum irgendwelche touristische Infrastruktur in dem damals stark von der  Sowjetunion geprägten Land. Rohstoffe und Viehwirtschaft standen im Fokus der Wirtschaft. Kein Wunder, denn das Land ist von einem rauen Kontinentalklima geprägt. Es ist zwar mehr als viermal so groß wie Deutschland, hat aber eine  Einwohnerzahl, die geringer ist als die von Berlin. Mit dieser dünnen Besiedelung ist das Hochland schwierig zu bereisen.

,Zu diesen Zeiten benötigte man noch eine persönliche Einladung um überhaupt an eines der seltenen Visa in das Steppenland zu kommen. biss Aktivreisen war damit der erste deutsche Reiseveranstalter für aktive Kleingruppenreisen mit dem Ziel Reisenden Land und Menschen, Kultur und Natur in der Mongolei näher zu bringen. Darauf sind wir auch heuten noch ein wenig Stolz.

Vieles hat sich seitdem geändert, anderes aber auch nicht. So brauchen Touristen schon seit längerem keine Einladung mehr um ein Visum für eine Mongolei-Reise zu erhalten. Deutsche Staatsbürger brauchen seit zwei Jahren für Reisen bis zu 30 Tagen sogar nicht mal mehr ein Visum. Andere Europäer, wie Österreicher oder Schweizer hingegen schon noch. Aber der Aufwand ist nur noch zu einem kleinen bürokratischen Akt geschrumpft.

Die Mongolei hat sich seit unseren Pionierjahren sehr weiterentwickelt. Politisch ist die Mongolei eine der wenigen weitgehend funktionierenden Demokratien in der Region. Diesen Weg haben leider nur wenige Länder der ehemaligen UdSSR eingeschlagen. (Die Mongolei war natürlich nicht Teil der UdSSR, aber doch im sehr engen Einflussbereich.) Nicht geändert hat sich die geografische Lage des Landes.

Das mongolische Hochplateau liegt zwischen Russland und der China und wird auch politisch und wirtschaftlich stark von diesen beiden Mächten  beeinflusst. Diese Einflussnahme besteht bereits seit ziemlich langer Zeit.  Zunächst hatten in der traditionell bestehenden Konkurrenz die Mongolen die Nase vorn. Seit Dschingis Khan im 13. Jahrhundert mit seinen Reiterarmeen das chinesische Kaierreich überrannte und sein Enkel Kublai Khan den chinesischen Tron bestieg, hatten zunächst die Mongolen die Oberhand.  Doch die von Kublai Khan proklamierte Yuan-Dynastie hielt sich auch auf Grund von Zwistigkeiten der mongolischen Stämme untereinander nicht lange. Keine hundert Jahre später wurde die Dynastie gestürzt und die Mongolen flohen wieder zurück in den Norden.

So wurde zu dieser Zeit auch Karakorum, die von Dschingis Khan gegründete Hauptstadt des mongolischen Weltreichs, von chinesischen Truppen niedergebrannt.

Seit dieser Zeit stand die Mongolei entweder unter dem Einfluss des südlichen Nachbarn China oder des nördlichen Nachbarn Russland bzw. später der Sowjetunion.

Zunächst waren die Chinesen in der Mongolei dominant. Daran ändere auch die Orientierung an Tibet nur wenig. Ende des 19 Jahrhunderts begannen die Mongolen schließlich eine Schwächephase im Reich der Mitte zu nutzen und wendeten sich ihrem nördlichen Nachbarn zu. Mit der Hilfe Russlands gelang es schließlich die Vorherrschaft der Chinesen abzuschütteln. Seit dieser Zeit war stattdessen Russland und später die Sowjetunion dominant im  Nomadenland. Als ich Mitter der 90er Jahre das erste Mal in der Mongolei war und mit einem mongolischen Freund einen 700 km langen Ritt zu Pferd unternahm, sprach fast jeder Mongole Russisch. Auch schien mir zu dieser Zeit, dass die Mehrheit der Mongolen eine sehr hohe Meinung von Russen und sowjetischen Produkten hatte – ganz im Gegensatz zu ihrer Meinung über die südlichen Nachbarn und ihren Waren. Chinesen traf man allerdings zu dieser Zeit kaum in der Mongolei an.

Seit dieser Zeit hat sich viel geändert. „Mit Russisch kommt man heute nicht mehr durch“, wie ich als Reiseleiter auf meinen letzten Reisen für mich bedauernd feststellen musste. Russisch sprechen fast nur noch wenige Ältere. Die Mongolei versucht sich seit dieser Zeit aus der geografischen Umklammerung der traditionellen Hegemonialmächte zu befreien. Strategie ist es sich an mehrere Länder zu wenden. Das wirtschaftlich erstarkte China ist mittlerweile, unter den meist äußerst kritischen Blicken der Einheimischen,  wieder sehr präsent. Besonders in vielen Bauvorhaben in Ulaanbaatar oder dem Bau von Überlandstraßen. Zur Erschließung der reichlich vorhandene Rohstoffen, wie Kohle, Kupfer, Eisenerz,  Gold oder auch viele der in der Handyproduktion benötigten „Seltenen Erden“ werden Investoren weltweit gesucht.

Kulturell orientierten sich viele Mongolen an Südkorea oder auch Japan. So sind mongolische Athleten sehr erfolgreich in der japanischen Nationalsportart Sumoringen. Das liegt auch daran, dass es in der mongolischen Tradition eine vergleichbare Sportart gibt.  Die erste Adresse für etwas komplizierte Operationen ist seit einiger Zeit die südkoreanische Hauptstadt Seoul.

Die Mongolei setzt seit mehreren Jahren, neben dem Rohstoffverkauf aber auch verstärkt auf Tourismus. Ulaanbaatar bietet mittlerweile eine unübersichtlich große Auswahl von Hotels in verschiedenen Kategorien. Außerhalb der Hauptstadt werden seit einiger Zeit zunehmend Straßen asphaltiert, die bisher nur als belaglose Pisten existierten . In touristisch interessanten Regionen werden zunehmend Jurtencamps für Touristen errichtet. In dieser einfachen Art von „Landhotels“ schlafen die Reisenden in einer Jurte, mongolisch „Ger“ genannt. Diese traditionelle Nomadenbehausung hat in den Camps meist einen festen Betonsockel und in der einfachsten Ausführung zwei bis vier   Betten und ein Ofen. Viele Gers sind eher schlicht oder traditionell eingerichtet, andere schicker mit schönen Wandbehängen, Stühlen, Tischen und sogar Stromanschluss. Abgelegene Gercamps sind nicht ans Stromnetz angeschlossen und schalten abends ein Generator an oder speichern Strom in Akkus, der über kleine Solar- oder Windkraftwerke erzeugt wird. Duschen und Toiletten sind bei fast allen Jurtencamps in zentralen Gebäuden untergebracht. Essen wird in einer großen, zentralen Jurte oder einem festen Gebäude angeboten.

Auf Grund dieser nun breiter vorhandenen touristischen Infrastruktur in der Mongolei ist es mit Hilfe von mongolischen Agenturen für andere Reiseveranstalter, auch ohne viel Mongoleierfahrung, möglich Touren in der Mongolei anzubieten.

Wir bieten im Jahr 2019 fünf verschiedene Reisen in die Mongolei an. Dabei gibt es Reisen für Reiter zu Pferd, Kamelreiter, Fahrradfahrer, Wanderer und weniger sportliche Reisende mit nur kleineren Wanderungen. Alle Touren sind seit Jahren bewährt und weiterentwickelt.

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