Dass „labas rytas“ auf litauisch „Guten Morgen“ bedeutet, haben wir bereits gelernt. Raminta Kurklietyte ist unsere neue Praktikantin und der Grund dass wir nicht nur ein paar Worte dieser baltischen Sprache sondern auch die litauische Sicht auf die Welt lernen durften. Die vielseitige Litauerin spricht nicht nur fünf Sprachen, sondern hat auch ansonsten viele Interessen und Fähigkeiten. Wer ist Raminta? Wo kommt sie her – wo will sie hin? Wer etwas über eine interessante junge Frau aus dem Baltikum lesen möchte, die sich in die Welt aufmachte, ist hier richtig.

Wie klingt Litauisch?

Die baltische Sprache Litauisch, eine der altertümlichsten europäischen Sprachen, lag bisher nicht im Zentrum unserer Spracherwerbsbemühungen. Die Amtssprache Litauens sprechen auch nur gut drei Millionen Menschen. Litauisch ist zwar eine indoeuropäische Sprache, klingt aber doch in unseren, eher an romanische und slawische Sprachen gewohnte Ohren, recht ungewöhnlich.

Kaunasser Meer (Kauno Marios) bei Kaunas, Litauen

Derzeit bieten wir nur eine Radreise nach Litauen, beziehungsweise sogar nur eine halbe Radreise an. Die zweite Hälfte dieses Reise geht durch Masuren. Doch wie ist dieses kleine Land im Baltikum nun in unser Bewusstsein gelangt?

Wieso ist Raminta bei uns und was macht sie mit uns?

Seit Mitte November ist Raminta Kurklietyte unsere neue Praktikantin. Raminta macht gerade eine Umschulung an der Schule für Tourismus in Berlin. Im Rahmen ihrer Ausbildung ist sie zunächst für gut drei Monate bei uns.

Hier lernt sie derzeit vor allem Reiseabwicklung und Marketing. Es ist im Moment gut möglich, auf eine Anfrage bei uns eine Antwort von ihr zu bekommen oder auch eine von ihr erstellte Anmeldebestätigung zu erhalten.

Doch Raminta lernt nicht nur von uns, sondern wir auch von ihr. Als Vollblutlitauerin bringt sie nicht nur gute Laune ins Büro, sondern auch eine litauische Sichtweise und immer wieder auch eine kleine Einheit litauischen Sprachunterricht.


Russisch, Deutsch, Englisch, Spanisch, die Flöte und der Senegal

Die in Kaunas geborene Litauerin ist dabei alles andere als einseitig auf Litauen fixiert. Sie spricht, wie das in kleineren Ländern öfters anzutreffen ist, mehrere Sprachen und ist in der Welt viel rumgekommen. So spricht sie neben dem im Baltikum immer noch sehr weit verbreiteten Russisch, auch Deutsch, Englisch und sogar Spanisch. Damit kann Raminta sich in weiten Teilen der Welt gut verständigen. Ihr Ehemann stammt nicht aus den baltischen Staaten oder Deutschland, sondern aus Senegal. Gemeinsam haben sie eine Tochter.

Eine ihrer weiteren großen Leidenschaften gilt der Musik. Hier ist sie durchaus traditionsbewusst. Sie spielt eine von ihrem Vater gebaute Flöte, singt traditionelle litauische Volkslieder und selbst komponierte Lieder. Musik studierte sie sogar an den heimatlichen Musikkonservatorien in Kaunas und Vilnius. Hier in Berlin hat sie auch immer wieder kleine Auftritte.

Doch vielleicht sollte Raminta noch selber zu Wort kommen.

Raminta, was interessiert dich am Tourismus?

Schon als kleines Mädchen habe ich musikalisch die Welt bereist. Mein Papa hat traditionelle litauische Instrumente gebaut und hatte eine Sammlung von Weltmusikaufnahmen. Die Aufnahmen hörte ich sehr gern und immer wieder. Ich liebte es, unterschiedliche Länder der Welt durch deren vielfältige traditionelle Musik kennenzulernen. Ich hatte somit früh eine Interesse an der Welt und ihrer Vielfalt entwickelt.

Mich interessiert eine Art von Tourismus, die einen bewegt. Reisen in Gegenden, wo noch echte, authentische Lebensweisen und Kulturen zu erleben sind. Mir ist ein Tourismus wichtig, der einen positiven Beitrag leistet, von dem die Menschen und auch die Natur der bereisten Ländern profitieren. Klar, ich weiß dass Tourismus ein Reiseland verändert, und dass das „Echte“, Ursprüngliche so nicht bleibt, aber mir ist wichtig, dass sich Dinge zum Wohl der Menschen und anderer Lebewesen verändern. Auf Reisen mag ich den direkten Kontakt zu Einheimischen, Natur, Musik, Kultur, Sprachen, Städten… Es ist mein Traum, irgendwann Reisen zu entwickeln, die zu einer positiven globalen Entwicklung beitragen.

Ich bin überzeugt, beim nachhaltigen Reisen geht es gar nicht darum, sich und seine Bedürfnisse einzuschränken. Ich denke, dass Entspannung, Genuss und Umweltschutz durchaus zusammenpassen. Vielmehr sollten wir unsere Reise mit Bedacht wählen und mit dem Anspruch reisen, eine Region und ihre Menschen wirklich kennen zu lernen.

Warum hast du dich bei deinem Praktikum für biss Aktivreisen entschieden, obwohl du einen täglichen Fahrtweg von einer Stunde pro Strecke hast?

biss Aktivreisen bietet mit seinem Konzept der Rad-, Wander- und Reiterreisen eine besonders nachhaltige Art zu reisen. Ich erhoffe mir, mit dem Praktikum bei biss Aktivreisen tiefere Einblicke in die tägliche Arbeit eines nachhaltigen Reiseveranstalters zu bekommen und möchte so viele Erfahrungen wie möglich für mein späteres Berufsleben sammeln.

Da biss ein kleiner Veranstalter ist, kann ich in mehrere Bereiche des Veranstalteralltags reinschnuppern, und die Aufgaben hier sind sehr vielseitig. 

Schon im ersten Gespräch wurde ich sehr offen und freundlich aufgenommen. Es gibt eine gemütliche, kooperative Arbeitsatmosphäre und spannende Destinationen…

Wo möchtest du nach deiner Ausbildung arbeiten?

Das ist alles noch offen. Ich könnte mir vorstellen, bei einem nachhaltigen Reiseveranstalter im Bereich Produktmanagement zu arbeiten und Reisen zu entwickeln. Da ich gern reise, würde ich auch sehr gerne die Destinationen bereisen, um Routen zu erkunden, die Qualität von Unterkunfte zu prüfen und Kontakte zu knüpfen. Stadtführungen liegen auch in meinen Interessenfeld. Vieleicht irgendwann entwickle ich auch selbständig Reisen, die voll echter authentischer Erlebnisse und Musik sein werden. Mal sehen wo es mich hintreibt. Zunächst muss ich erst einmal meine Ausbildung erfolgreich zu Ende bringen.

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